ZWICKMÜHLE
Was kann man nun Iveco raten, um aus der in den vorstehenden Kapiteln dargestellten Zwickmühle herauszukommen?
Es gibt keine Lösung, es gibt keine Quadratur des Kreises!
Iveco muss sich entscheiden, ob sie
1) konsequent am selektiven Vertriebssystem teilhaben möchte.
Dies bedeutet dann:
a) KEIN Verkauf an nicht autorisierte Wiederverkäufer
b) Verkauf an Grosskunden/Vermieter AUSSCHLIESSLICH unter konsequenter Einhaltung der einschlägigen Vorschriften bezülich Haltefristen, Stichproben und ernsthaften, klar definierten Konsequenzen bei Verstößen dagegen
Damit wären die Marktanteile in einigen europäischen Märkten massiv beeinträchtigt, der hochpreisige italienischen Markt aber weiterhin ziemlich unbeschädigt.
2) Alternativ kann Iveco das selektive Vertriebssystem lässig wie bisher handhaben, das heißt willkürlich festlegen an welche freien Händler und an welche Vermieter ohne echte Haltefristauflage verkauft wird. Einzelne Händler werden als Bauernopfer willkürlich herausgegriffen und mit existenzbedrohlichen Boykottmassnahmen belegt, die sogar auf den Gebrauchtbereich ausgeweitet werden.
Dies wird jedoch über kurz oder lang dazu führen, dass das Privileg des selektiven Vertriebssystems Iveco von der EU- Kommission nicht mehr zugestanden wird. Auch kartellrechtliche Verurteilungen wegen willkürlicher Boykottierung verschiedener Unternehmen können sehr kostenintensiv werden.
Iveco wird dann zwangsläufig ein offenes Vertriebssystem wie Coca-Cola betreiben müssen. Dieses Getränk ist nicht nur über autorisierte Vertragshändler sondern an JEDEM Stehimbiß verfügbar.
Das Preisniveau der Iveco-Fahrzeuge auf dem dann völlig offenen italienische Markt würde in Rekordtempo auf das niedrigste europäische Niveau sinken.

